Wesentliche Ergebnisse unserer Untersuchungen im Nordkaukasus sind veröffentlicht worden.
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Reflexionen des Projektjahres 2000

Wochenendseminare 2000


WES im April: Königsbrücker Heide


Es war ein ganz besonderes WES. Alles kam perfekt zusammen. Das Programm, die Gruppe, das Wetter, die Landschaft... ein wirklicher Glücksfall!

bei "Kaiserwetter"


Nachtrag: Der Robur-Song am 30.04.00 abends, am Lagerfeuer,. gedichtet
Text: Marcus Jahn,  Musik: Beate Gall

Der Robur quält die Piste.
Uns darin die Hitze.
Rums, die Mine kracht.
Im Sand landet man sacht.
Verwundert schweift der Blick.
Der Schlamm klebt meterdick.
Die Dörfer liegen brach.
Nur ein verminter Bach.

Doch keine Nahrung hier.
Nich' mal 'n kühles Bier.
Die "Königsbrücker Heide"
nimmt uns in die Kreide.

Nach drei langen Tagen,
ohne was zu beissen,
woll'n wa ohne Frage,
jetzt ne' Wildsau reißen.

Der Volker schleicht voran
Marianne hinten an.
Die Wildsau vorne weg
Rainer schleift im Dreck.

Peter greift die Mähne,
Beate schürt die Späne.
Heiko schreit Juhu
und Claudia schlägt zu.

Das gibt Essen für drei Tage
so retten wir die Lage.
Der Robur heilt allein.
Man, ham wir nen Schwein.

Gesättigt steig'n wa ein
und brettern rasend heim.
Auf Robur ist Verlass
los geht's mit Vollgas!


WES im November : Makrofotographie
mit Frank Trosien

Makrofotographie Dieses Seminar war eigentlich für die Hobby-...ologen verschiedenster Fachrichtungen gedacht, die sonst immer mit unserem Verein unterwegs sind. Als Nachhilfe sozusagen.

Aber die Nachfrage dafür kam aus einer von uns gänzlich unerwarteten Seite: Kids!

Ich bin sehr froh, diese Gruppe mit unserer Art des Lernens in der Natur bekanntgemacht haben zu können.


WES im Dezember: Architekturdenkmale in Quedlinburg
mit Roman Stockfisch

Nach 1½ anstrengenden Tagen inmitten der mittelalterlichen Stadtarchitektur zog es uns mit Macht in die Natur! Niemand von uns hatte jemals von der Teufelsmauer im Harz gehört. Rosstrappe und Hexentanzplatz ja, aber Teufelsmauer? Wir fanden sie dank fach- und ortskundiger Führung durch Volker. Die Vorhut stellte sich zum "Erinnerungsfoto" in Positur. (2./3. v.l.. Harry und Ella Maurer)


Polen: Warum die Kiefer fast zum Wort des Jahres geworden wäre
von Tadek Wydrych und Mario Catholy

Gruppe Am 27.06. war es endlich soweit: Das erste Projekt dieses Jahres begann! Nach Wochen der Organisation und Vorbereitung konnten wir den "praktischen" Teil unserer Arbeit kaum erwarten. Gut gelaunt kam die polnische Umweltgruppe aus Lesko an. Wie schon in den vergangenen Jahren, unter der Leitung ihres Chefs Tadek. Von ihm stammen auch die folgenden Worte.

"Das Programm haben wir mit der Dampferfahrt zum Museumspark Rüdersdorf begonnen. Die geologische Führung gab uns gute Auskunft, wie sich eine von der Eiszeit geprägte Naturlandschaft unter dem Einfluß des Menschen entwickelt. Besonders interessant war die Suche mit dem Hammer in der Hand nach uralten Muscheleinschlüssen.

In den nächsten Tagen sind wir sehr viel gewandert. Meistens hat Christian die Führung übernommen. Die Wanderungen auf den gut markierten Naturlehrpfaden und Wanderwegen sollten uns die wichtigsten Informationen zur Region liefern, aber auch zeigen, welche praktischen Arbeiten notwendig sind, um Naturschutzgebiete entsprechend ihrer Bedeutung zu betreuen. Von Christian haben wir auch erfahren, warum im Land Brandenburg fast nur Kiefern wachsen und warum man lieber an Maiglöckchen nicht riechen sollte. Die Kiefer ist bei uns fast zum Wort des Jahres geworden. Die Kiefer ist jetzt für jeden Austauschteilnehmer ein Begriff, genauso wie Theodor Fontane und Gerhard Hauptmann.

Zu den unvergesslichen Erlebnissen gehören auch die Exkursionen nach Potsdam und Berlin - der nahe Kontakt mit der deutschen Geschichte. Marianne und Mario haben die Stadtbesichtigungen so informativ gestaltet, als wären sie Historiker. Wir haben so viel von Potsdam und Berlin erfahren, dass wir selbst eine Führung machen könnten.
Berlin Nicht ohne Bedeutung war auch die Konfrontation mit der gegenwärtigen deutschen Geschichte: die Reste der Berliner Mauer, die Kaiser - Wilhelm - Gedächtniskirche oder das Brandenburger Tor und der Reichstag. Für manche Jugendliche war es unverständlich, warum die einen Deutschen von den anderen mit einer Mauer getrennt waren.

Am Abschlußabend fand noch direkt am See eine Abschiedsparty statt, wo im beiderseitigen Interesse verabredet wurde, dass möglichst auch im nächsten Jahr ein solcher Austausch stattfinden sollte."
Das also war die, leicht gekürzte, Einschätzung von Tadek.

Uns als Betreuerteam hat dieses Projekt jedenfalls sehr viel Freude bereitet. Mein ganz persönlicher Dank geht an Christian Hoffmann, der mit seinem Fachwissen im Bereich Botanik und Landeskunde sehr viel zur inhaltlichen Gestaltung des Programms beitrug.
Wir hoffen, auch in diesem Jahr gibt es EINIGE , die sich so viel Zeit nehmen, um an Projekten mitzuarbeiten!


Polen: Wie unterschiedliche Interessen doch unter einen Hut zu bringen sind... von Mario Catholy

Die Gruppe der "Polenfahrer" war in diesem Jahr wirklich bunt gemischt! Von 15jährigen Schülern, bis zu Absolventen eines Studienganges war (fast) alles vertreten. Das konnte ja heiter werden!
Aber im Ernst. Nach anfänglichen Reibereien zwischen den "Alten" und "Jungen", verstand sich die Gruppe super und hatte viel Spaß miteinander. Jeder mußte halt auf die Interessen des anderen eingehen. Was in diesem Falle hieß, die "Jungen" erwärmten sich für das große Fachwissen der "Alten" bei der Pflanzenbestimmung (dieses Wissen wurde bei den Wanderungen oft auf die Probe gestellt und nie enttäuscht).
Umgekehrt erwärmten sich die "Alten" (im wahrsten Sinne des Wortes) bei heißen Discorhythmen und erlebten eine längst verloren geglaubte Ausgelassenheit. Außerdem entdeckten unsere Jüngeren, dass wandern mehr ist, als sich mühsam von A nach B zu bewegen. Es kann auch richtig Spaß machen!
Was alle am meisten beeindruckte, war jedoch die Gastfreundschaft unserer polnischen Freunde. An jedem Tag wurden wir von ihnen überreichlich bewirtet. Dabei lernten wir die polnische Küche schätzen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass jemand von uns, trotz der anstrengenden Wanderungen, an Gewicht verloren hat. Die Höhepunkte der Tour waren natürlich diese Wanderungen in der Bieszczady! Nach steilem, direktem Anstieg auf die Berggipfel, wird man dort mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Weit schweift der Blick über die fast parallel zueinander verlaufenden Bergrücken, die mit ihren von Felskämmen gekrönten Almwiesen aussehen, wie plötzlich erstarrte Meereswellen. Stundenlang kann man nun auf den Bergkämmen entlang wandern und die Natur genießen... Da gerate ich ins Schwärmen. Aber beschreiben kann man die Schönheit dieser Landschaft leider nur unzureichend.
Schaut sie euch einfach selber an. Kommt mit!


Bulgarien: Fachmänner unter sich
von Enrico Backs

Nur 8 (in Worten: acht) junge Männer fanden in diesem Sommer Zeit, mit uns nach Bulgarien zu unserem Partner, der Bulgarischen Gesellschaft zum Schutz der Vögel, Sektion Burgas, zu reisen.
Wir waren in der ersten Woche in Burgas am Schwarzen Meer und lebten im Naturschutzzentrum Poda. Wir hatten die Gelegenheit, außer dem Limikolenzug (kleine Sumpf- und Wasservögel) auch die Umweltbildungsarbeit der Bulgaren in Sachen Vogelschutz an deutschen Pauschaltouris zu beobachten. Dies war sehr interessant, weil wir täglich mindestens zwei volle Touristenbusse miterleben durften. Wir sahen dort auch die Gelegenheit, sich eventuell von deutscher Seite vielleicht etwas mehr zu engagieren. Wo sonst hat man die Möglichkeit, so viele Deutsche für den Naturschutz zu interessieren?
Wir beobachteten aber auch die Vögel, anderes Getier und natürlich Pflanzen, die bei uns nicht heimisch sind. Ich denke, unsere Artenliste kann sich sehen lassen.
In der Freizeit ging es natürlich in die Stadt, um dort auch etwas touristischen Trubel in Clubs und Kneipen zu erleben. Aber um vielleicht auch die wissenschaftliche Untersuchung zur Verbreitung von nachtaktiven Tieren (z.B. des bösen Nachtvogels [Amsel]) durchzuführen.
Nach dieser ersten Woche des anstrengenden, turbulenten Touristenlebens nahmen wir erst mal eine Auszeit und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit der Bergdörfer im Strandsha. Ein Mittelgebirge (700m ü NN), das an der Grenze zur Türkei gelegen, vorwiegend mit Eichen und Buchen bewaldet ist.
Wir besuchten mehrere Dörfer, die in traditionellem Strandsha-Baustil errichtet sind, und haben aber auch dort der Ornithologie gefrönt bzw. der Botanik, Entomologie und Herpetologie. Desweiteren waren wir zwei Tage mit Boyko, Mitarbeiter des Naturpark Strandsha und Chefbotaniker des Gebietes unterwegs. Dadurch konnten wir einige Schutzgebiete etwas näher betrachten und bewandern.
Nach fünf Tagen war genug der Ruhe und wir zurück in Poda. Wir verabschiedeten uns bei unseren Gastgebern mit einem opulenten Mahl und dem Besuch eines Konzerts der bulgarischen Rockgruppe BTR in den frühen Morgenstunden.
Die letzten Tage unseres Aufenthalts in Bulgarien gedachten wir, "in den Schluchten des Balkan" (frei nach Karl May) zu verbringen. So wanderten wir einmal über den Zentralbalkan von Süd nach Nord in Begleitung der Ranger des Nationalpark "Zentraler Balkan". Anschließend war Erholung in der alten Zarenstadt Veliko Turnovo angesagt, um uns ein bisschen mit der Kultur der Bulgaren vertraut zu machen. "Wir beobachteten aber auch die Vögel..." Nach drei Wochen kam der Abschied von Schafskäse und Rakija für uns und es begannen die Vorbereitungen auf den Gegenaustausch im Oktober in Deutschland.
Leider fand kein Foto von dieser Tour seinen Weg ins "Redaktionsbüro"...


Usbekistan ?: Die glorreichen 7 oder Wie man von Taschkent ans Schwarze Meer kommt
von Ulrike Steinhardt

Wer den Usbekistan-Bericht vermisst: hier ist er!!!
Anfangs war alles klar, dann hörten wir lange nichts, nach unendlichen nervenzehrenden Querelen wurden wir schließlich, 3 Tage vor dem Abflug, offiziell über die Botschaft von unseren Gastgebern, der Organisation ECOSAN ausgeladen, wegen der unsicheren Lage im Land...
Denn wandern kann man ja nicht nur in Usbekistan!
Bulgarien Usbekistan? Da der "harte Kern" der Gruppe gemeinsam etwas unternehmen wollte, änderten wir spontan und notgedrungen das Ziel der Exkursion: Bulgarien. Denn wandern kann man ja nicht nur in Usbekistan!
Erfahrungen aus dem vorangegangenen Jahr halfen, uns auch ohne indigene Begleitung im Land zurechtzufinden.
Wir lernten die einfachen, aber funktionierenden, pünktlichen und billigen öffentlichen Verkehrsmittel des Landes kennen und schätzen.
Schwarzes Meer Das Piringebirge überquerten wir von Bansko nach Melnik aber dann doch zu Fuß mit schweren Rucksäcken über steile Anstiege, Blockhalden und schmale Kammwege auf nicht enden wollenden Tagestouren von einer Berghütte zur nächsten. Als Einstiegstour bezwangen wir, mit letzter Kraft, den 2914 m hohen Vichren.
Nachdem wir in Melnik nicht den Wein fanden, für dessen Qualität das Städtchen so bekannt ist, zogen wir für eine Woche ans Schwarze Meer, um Blasen an den Füßen und Flohstiche abheilen zu lassen, ausgiebig zu baden und den Naturpark Strandsha wenigstens teilweise kennenzulernen.
Mit einem kurzen Aufenthalt im Naturschutzzentrum PODA, wo wir herzlich begrüßt und aufgenommen wurden, zogen wir weiter nach Sosopol und Achtopol. Dort verschwanden mit Saisonende schlagartig Menschenmassen und Infrastruktur.
Nach einigen herbstlichen Tagen, aber das Meer hatte fast noch Badewannentemperatur, verließen wir die Küste bei schönstem Sonnenschein, um über Burgas nach Veliko Turnovo zu reisen.
Mit unserem, inzwischen gut trainiertem, Verhandlungsgeschick, fanden wir auch hier eine preiswerte, wenn auch laute, Unterkunft mit Familienanschluß. Nach einigen Tagen Kultur (Festung, Museen, Museumsdorf Arbanassi, Studentenklubs), zog es uns (wieder) in die Berge des Zentralbalkan, die, nicht ganz so hoch, aber genauso eindrucksvoll, ebenfalls beachtliche Anstiege, Moose, Flechten und dendrologische Besonderheiten in Mengen bieten konnten.
So wurde aus der "Notlösung" eine gelungene, erlebnisreiche Tour, die wohl keiner der Teilnehmer missen möchte!

Bulgarien: Wie ich (fast) zum Ornithologen wurde
von Mario Catholy

Unsere Gäste waren wieder Mitglieder der Bulgarischen Gesellschaft zum Schutz der Vögel (BGSV) und Mitarbeiter des NP Strandsha. Dementsprechend war unser Programm ausgerichtet.
Peitzer Teiche Für intensive ornithologische Beobachtungen hatten wir den Gülper See gewählt. Dieser See stellt ein bedeutendes Reservat für Wasser- und Sumpfvögel dar. Hier ist die Rast-, Sammel- und Überwinterungsstätte für bis zu 100.000 Gänse. Außerdem sind hier zahlreiche Limikolen, Enten, Kraniche und Kormorane zu beobachten.
So manche Stunde verbrachten wir auf den Beobachtungstürmen. Das erforderte von mir, als Nicht-Ornithologen, Ausdauer auf unbekanntem Gebiet. Aber die Begeisterung der "Ornis" steckte auch mich an. Vor allem der majestätische Flug der Kraniche am abendlich gefärbtem Himmel, der Anflug der unzähligen Gänse oder - stopp! Jetzt gerate ich doch ins Schwärmen. Es waren für mich Abende voller unvergesslicher Eindrücke!
Da sich unter unseren Gästen auch Mitarbeiter des Naturparkes Strandsha befanden, war das Interesse an der Organisation der Arbeit in deutschen NSG´s und Naturparken sehr groß. Zahlreiche Meetings in Naturparkverwaltungen konnten den (gewaltigen) Wissensdurst unserer Gäste ausreichend stillen. Allerdings oft zu Lasten unseres Zeitplans. Und der war prall gefüllt!
Neben Exkursionen in das Biosphärenreservat Spreewald und den Nationalpark Sächsisch-Böhmische-Schweiz, standen Stadtbesichtigungen in Dresden und Berlin auf dem Plan.
Uns, den Organisatoren, hat es jedenfalls großen Spaß gemacht, dieser ungemein wissbegierigen Gruppe unsere Heimat zu zeigen. Auch wir konnten viele neue Eindrücke mit nach Hause nehmen!
das leckerste Abendbrot aller Zeiten Mein persönlicher Dank gilt Marianne, die vom Büro aus alle Fäden in der Hand hielt; Enrico, der das Programm perfekt organisierte; Heiko, meinem "Chefnavigator"; Susanne und Matthias, die uns das leckerste Abendbrot aller Zeiten bereiteten und allen anderen, die bei der Durchführung des Projektes mitgeholfen haben!

Hier einige "O-Schriften" von unseren bulgarischen Gästen zu dieser Tour...

Für mich war:
Andriana ...das Programm ausgezeichnet geordnet
Stefan ...die pünktliche Erfüllung des Wochenprogramms beeindruckend.
Marina ...es gut, dass wir Habitate besucht haben, die verschieden von BG sind...
Ivan ...der Artenreichtum beeindruckend...
Vesko ...die Reise perfekt organisiert und voller Ideen.
Mimi ...die Vielfalt von Arten auf dem Gülper-See...
Boyko ...der Professionalismus; die ausgezeichnete Arbeit von Enrico, Heiko und Mario der stärkste Eindruck.
Ivailo...die Gruppenatmosphäre besonders toll...
Radostina ...die Balance zwischen Natur und kulturhistorischen Bauten ausgewogen...

Ich wünsche mir:
Boyko ...das Fortfahren unserer Arbeit.
Ursel .... ein Storchendorf zu sehen.
Radostina ... more birdwatching(!) und immer so einen Führer wie Enrico zu haben.
Andriana ... immer so zu arbeiten.
Marina ... ein bisschen mehr Zeit in den besuchten Städten.
Milen ... wieder solch schmackhaften Karpfen.