Wesentliche Ergebnisse unserer Untersuchungen im Nordkaukasus sind veröffentlicht worden.
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Reflexionen des Projektjahres 2001


WES im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg
von Heiko Hoppe

Im Wonnemonat Mai fand sich eine Gruppe aus Umbianern und weiteren Gästen auf der Ökoburg Lenzen ein, um die Landschaft an der Elbe im äußersten Nordwesten Brandenburgs zu erkunden.

Wir übernachteten direkt auf der altehrwürdigen Burg, die zum Zeitpunkt unseres Besuchs eine Baustelle war. Dies tat dem idyllischen Gesamteindruck der Anlage jedoch keinen Abbruch.

Am Abend des Anreisetages bereitete uns eine Vertreterin der Naturwacht mit einem Dia - Vortrag auf die kommenden Tage vor. Voller Neugier brachen wir am nächsten Morgen auf, um unter fachkundiger Führung die Landschaft mit den eigenen Sinnen zu erleben. Und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die Themen reichten von Streuobstwiesen, über Auwaldrenaturierung und Auwaldresten, Deichrückverlegung und alten Haustierrassen bis zu naturnahen Fliessgewässern. Nach dem Ende der Exkursion war unser Tatendrang jedoch noch nicht gestillt. Deshalb nahmen wir, nun auf eigene Faust, eine weitere Sehenswürdigkeit der Region ins Visier: das große Rambower Moor. Unser Weg führte uns vorbei an der mit Erlen bestandenen Verlandungszone des Rudower Sees, durch verträumte Dörfer und durch typisch märkische Kiefernwälder, hin zu einem der am besten erhaltenen Durchströmungsmoore Brandenburgs. Das Glück gehört dem Tüchtigen - und so konnten wir dort gleich drei Rohrweihen auf ihrem gaukelnden Flug über dem Schilf beobachten. Der Abend bot wie gewohnt Raum für zünftige Gespräche in gemütlicher Runde. Nach einer zu kurzen Nacht machten wir uns dann auf, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt Lenzen zu besuchen. Das kleine verträumte Städtchen besitzt einen äußerst interessanten Färber- und Kräutergarten, dessen aromatisch duftende Kräuter zu einer Entdeckungsreise mit Auge und Nase einluden. Zum Abschluss des Wochenendes trafen wir uns in der Filzschauwerkstatt, wo uns die verschiedenen Arbeitsschritte des Filzens nahe gebracht wurden.

Es war ein sehr interessantes Wochenende mit einer tollen Gruppe. Ich hoffe, dass auch dem diesjährigen WES im "Naturpark Schlaubetal" ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird.

Projekt Russen in Deutschland 20.06. - 04.07.2001

Einen Jugendaustausch mit Russland zu organisieren hat wirklich seinen eigenen Reiz. Das bekamen wir in diesem Jahr zu spüren. Der geplante Anreisetermin unserer Gäste verschob sich kurzfristig um eine Woche! Grund dafür waren Probleme bei der Visa-Beschaffung für die russische Gruppe.
Dass hieß für uns, kurzfristig das komplette Programm zu ändern. Einen Dank an dieser Stelle an die Naturschutzstation Dachsenberg/Dresden und ihrem Vorsitzenden, Andre Pippig, die uns toll unterstützten.
Endlich, am 20.06.2001, kam die Gruppe mit nur 6 Stunden Verspätung in Königs Wusterhausen an.
Bei einer gesamten Reisedauer von 72 Stunden sind 6Stunden Verspätung nun wirklich nicht viel!
Allerdings können 6 Stunden auf dem Bahnhofsvorplatz in KW schon zur halben Ewigkeit werden. Marianne und Felix werden das sicher bestätigen!
Die erste Woche verbrachten wir in Wernsdorf, von hier starteten wir Ausflüge in die nähere Umgebung sowie nach Berlin und Potsdam. Etwas ganz Besonderes war für unsere Gäste der Besuch beim 2. Brandenburger Landesjugendschutztag, wie man folgenden Worten entnehmen kann: "Diese Veranstaltung fand in Fürstenwalde, Geschwister-Scholl-Gymnasium statt. Zum ersten Mal waren wir überhaupt in einem Gymnasium! Hier herrschte Hochbetrieb, z.B. Schülerinnen und Schüler, junge Menschen und deren Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen, alle interessierten sich für dieses Programm. In den Klassen trug man Vorlesungen vor, es liefen Filme. Wir besuchten eine sehr interessante Unterhaltung "Mehrsprachig in die Zukunft?!" Es wurden viele Aspekte dieser Erscheinung besprochen, z.B. neue Anforderungen an Mehrsprachigkeit im Kindesalter. Das Gespräch war sehr interessant, besonders für diejenigen, die sich mit Sprachen beschäftigen wollen. Während man im Gymnasium Kenntnisse austauschte, tanzte man und sang man auf der Bühne im Schulhof. Es war ein kleines Fest für die Jugend!"

Viktoria

Chorin Verschnaufpause vor dem Kloster Chorin

Natürlich kam auch der Spaß nicht zu kurz. Vor allem unsere Paddeltour auf dem Gosener Graben hatte es in sich. Für die meisten russischen Jugendlichen war das die erste Fahrt mit einem Paddelboot. Zum Glück gab es auf dem Gosener Graben nicht viel Verkehr, ansonsten wären wohl einige ahnungslose Paddler von unserem Zick-Zack fahrenden Geschwader gerammt worden.
Nach einer ereignisreichen Woche in Brandenburg zogen wir nach Sachsen um.
"Heute zogen wir auf den Dachsenberg um. Der Weg nahm ungefähr zwei Stunden in Anspruch. Unterwegs gerieten wir in einen großen Stau. Ja, sehr freundlich empfing uns Dresden. Es war fürchterlich: Hitze, Lärm, Autos und keine Bewegung. Endlich erreichten wir unser Ziel - Dresden. Es war Liebe auf den ersten Blick!!! Dresden machte auf uns einen unvergesslichen Eindruck. Wir machten eine Führung durch die Stadt und dann beschlossen wir etwas zu kaufen. Wir machten Einkäufe und sie erinnern uns an Dresden. Ehrlich gesagt, spüren wir im Warenhaus genau die Unterschiede zwischen Deutschen und Russen. Wir beobachteten das Benehmen der Leute im Warenhaus. Es war sehr spannend. Wir hatten Praxis im Alltagsleben."
Natascha
Neben der Besichtigung von Dresden, unternahmen wir einige Ausflüge in die Sächsische Schweiz, besuchten die Städte Meißen und Görlitz und schipperten mit dem Raddampfer nach Pillnitz.
"Es war ein tolles Programm, das unsere Erwartungen wirklich übertroffen hat. Zwar haben wir vor der Abreise alle Punkte des ausgedehnten Programms besprochen und uns im voraus gefreut, aber ich zweifelte daran, dass das alles zu schaffen war. Es war prima. Ich habe bei euch viel gelernt, wie es immer so ist. Die Unterschiede kennen zu lernen und zu begreifen, um uns später besser zu verständigen, das finde ich toll! Gleich und verschieden - was könnte noch besser sein?! Vielen Dank eure Ludmilla" (Leiterin der russischen Gruppe Anm. d. R.)
Danke an alle, die uns bei der Organisation und Durchführung dieser wunderschönen zwei Wochen geholfen haben. Mein persönlicher Dank geht an meine beiden Mitkraftfahrer Andre und Felix. Es hat großen Spaß mit euch gemacht!!

Mario

Polen: Zu Gast zwischen Disco und Bergromantik

Es war in diesem Jahr eine große Freude, bei unseren langjährigen Partnern in Lesko zu Gast sein zu dürfen.
Wir waren zwar nur eine beschauliche Truppe, aber wild entschlossen, die Berge und Gastfreundschaft im Südosten Polens zu erfahren.

Ritter der Tafelrunde
Die Ritter der Tafelrunde (nicht ganz vollzählig)
Leider sind die Berge sehr kurz gekommen, da uns Petrus mit reichlich Feuchtigkeit von oben beglückte. Wir waren deshalb gezwungen, die komplette erste Woche in Lesko und Umgebung zu verbringen. Das hieß Museen und Kulturgüter der Region erschließen und mit unseren Gastgebern ausgedehnte Karten- und Volleyballturniere zu veranstalten. Außerdem hat je ein Teilnehmer der Gastgeber für uns ein Essen Entschuldigung, ein Menü vorbereitet, so dass wir Angst hatten, bei mangelnder Bewegung allzu viele Reserven anzuhäufen. Ein fast allabendlicher Gang in die Disco hat dies aber verhindert. In der zweiten Woche sind wir drei Tage durch die Berge gewandert und hatten bestes Wetter. Vielleicht ein Wiedergutmachungsversuch?
Unsere Wanderung endete jeweils in einer Berghütte in der wir die Nacht verbringen konnten.
Leider ist unser Projektleiter Mario C. während der ersten Woche schwer erkrankt. Ein Arztbesuch und die daraus resultierende Spritzenkur fesselten ihn unaufhaltsam an das Bett.
Enrico

Nachtrag Ja, ja, diese "Spritzenkur" hatte es wirklich in sich. Morgens und abends musste ich in die Polyklinik, um mir meine Infusionen geben zu lassen. Die Infusionsnadel blieb während der ganzen Woche in meinem Arm, ein schönes Gefühl.
Während ich dann am Abend halb benommen nach Hause schlich,. begegneten mir die anderen fröhlich und ausgelassen auf ihrem Weg zur Disco. Zur Krönung fuhren sie auch noch zu einer mehrtägigen Wandertour in die Bieszczady und ließen mich allein in Lesko zurück.
So hart kann das Leben sein!
Mario

Projekt: Polen in Deutschland

Nachdem ich meine Krankheit auskuriert hatte, konnte ich in der zweiten Woche endlich in das Projekt einsteigen.
In der ersten Woche hatten Marianne und Andre die Gruppe betreut.
Nun übernahmen also Enrico und ich das Ruder.
Unser Part begann mit einem verregneten Tag in Berlin.
Das schlechte Wetter nutzten wir zu einem ausgedehnten Besuch im Naturkundemuseum, mit seinen neugestalteten Schaukästen ein absolut lohnenswertes Ziel.
Am nächsten Tag besuchten wir das Haus des Waldes in Gräbendorf, einer Umweltbildungseinrichtung.
Nach einführenden Worten zur Arbeit dieser Einrichtung, sorgten die, mehr oder weniger erfolgreichen, Versuche einem Jagdhorn einen Ton zu entlocken für viel Spaß.
Paul
Unser Hobbymusiker Paul zeigte hierbei das größte Talent
Der Stadt Königs Wusterhausen statteten wir auch einen Besuch ab. Ein Besuch im Jagdschloss Friedrich Wilhelm I. kann an dieser Stelle nur empfohlen werden, allein wegen der vielen Anekdoten rund um den "Soldatenkönig", z.B. über seinen stark ausgeprägten Geiz oder über das hier abgehaltene Tabakskollegium. Wir haben uns darüber jedenfalls köstlich amüsiert!
Zurück von Königs Wusterhausen nach Gräbendorf ging es zu Fuß durch typisch märkische Kiefernwälder. Um etwas Abwechslung in diese Wanderung zu bringen, führten wir verschiedene waldbezogene Spiele durch, z.B. einfach einmal mit geschlossenen Augen im Wald sitzen und auf die Geräusche achten, die einem umgeben. Wir kamen auf 9 verschiedene Geräusche, wie das Rauschen des Windes, das Summen der Insekten oder dem Knarren der Bäume.
Die letzten Tage ließen wir locker ausklingen, weil auch das Wetter es endlich zuließ, die herrlichen Seen zu einem Bade zu nutzen.

Mario

Kaukasus: Tchatsch 2001

Nach einem Jahr Pause gab es in diesem Jahre wieder eine Kaukasustour. Die deutschen Teilnehmer kamen bei An- und Abreise in den Genuss jeweils einer kostenlosen Übernachtung im Transfer-Hotel von Pulkovo-Avia, und hätte der Transferbus keine Havarie gehabt, wäre sogar noch etwas mehr Zeit für die Besichtigung von St. Petersburg gewesen. Über Krasnodar gings dann zunächst zu Wolodja und Ludmilla nach Maikop, wo wir wie immer herzlich empfangen und auf das köstlichste bewirtet wurden, ehe es am nächsten Tage gemeinsam mit den inzwischen herzugestoßenen russischen Studenten in die Berge ging. Hier wurden zunächst die tieferen Lagen in der Nähe von Nowoprochladnoje näher erkundet, die auf den früheren Touren relativ kurz gekommen waren, wodurch auch der Anschluß an die Versorgung mit Eis und anderen guten Sachen gewährleistet war. Die deutsch-russische Verständigung klappte schon nach wenigen Tagen recht gut, der Unterschied zwischen нé за что und низачтó war uns ja schon in Maikop erläutert worden. Und ausser den Germanisten, die ohnehin in unterschiedlichem Grade des Deutschen mächtig waren, entsann sich auch Sascha alsbald einiger Deutschkenntnisse und begann auf deren Grundlage Begriffe wie nach вперёдen zu kreieren. Auf den Wandertouren mangelte es nicht an ebenfalls meist von Spaßvogel Sascha beigesteuertem passendem Liedgut, wovon allen Teilnehmern wohl besonders das bei Bedarf endlos singbare Waldlied (дерево, и з а деревомдерево, и п отом снова дерево, и задеревомкуст. и сн овадерево...) und das zur Regenabwehr im Chor vorgetragene у летайтуча! noch im Ohr klingen werden. Die deutschen Teilnehmer gerieten mit ihren Gesängen demgegenüber etwas ins Hintertreffen und müssen fürs nächste Mal noch etwas üben, besonders für das abendliche Lagerfeuer.
Nach einigen Tagen ging's dann richtig in die Berge, wobei uns der zum Wochenende herzugekommene Wolodja auf den rechten Weg in Richtung Poljana Knjazeskaja lotste und bis zur Poljana Firsowa begleitete. In den Bergen war diesmal regelrecht Betrieb: eine große Exkursionsgruppe aus Krasnodar, vorwiegend Schüler und Studenten unter der Anleitung einiger Älterer. Zu dieser Truppe zählten angehende Botaniker mit Herbarmappen und Maler, deren Aktivitäten im Tal des Mal. Sachrai etwas unsanft durch eine von hinten heranrückende Planierraupe des Forstbetriebes aufgestört wurden. Selbst das Fernsehen war vertreten mit dem Jugendfilmstudio von TV "Kontakt", das einen Film über das Tchatschgebiet drehte. Natürlich durfte dann auch ein Interview mit den deutschen Forschern "на вершине горы" vor dem Panorama der Bergwelt nicht fehlen. Den Film haben sie uns versprochen zu schicken. Zu unserer Überraschung tauchte sogar noch ein Deutscher auf, der bei der GTZ in Krasnodar arbeitete und sich vor der Hitzewelle auf eine Bergtour geflüchtet hatte.

Weiter ging's dann um den Tchatsch herum, was weniger anstrengend gewesen wäre, wenn wir nicht dort schon auf Šora gestoßen wären, der uns von unserem höhenlinienparallelen Wege abbrachte, auf eine Berg-und-Tal-Wanderung durch Felsen und Rhododendron führte und für das Umrunden der Tchatschabbruchkante die höchstmögliche Passage über steile Hänge und Blockhalden wählte. Entgegen zwischenzeitlichen Befürchtungen sind aber auch auf dieser Tour alle am Leben und gesund geblieben und konnten noch einige weitere schöne Tage in den Bergen genießen, ehe es wieder talwärts ging. Die einzige ernste Verletzung in Form einer handtellergroßen Verbrennung an der Schulter zog sich Julia beim Brotbacken am heißen Ofenrohr in der Hütte zu, was aber durch regelmäßigen Einsatz von Desinfektionsspray im Laufe einiger Tage alsbald der Heilung zugeführt werden konnte.
Die letzte Woche wurde dann auf der Halbinsel Abrau am Schwarzen Meere zugebracht, ermöglicht durch einen Bekannten von Karatajews, der dort ein Sommerhaus besitzt. So konnte auch der mediterrane Schwarzmeerküstenbereich noch erkundet werden, wobei natürlich auch das Baden nicht zu kurz kam und lediglich die Nachtruhe etwas beeinträchtigt war durch das Nagen und Quieken der Ratten. Auf die geplante Abschiedsfeier musste dann leider weitgehend verzichtet werden, weil bei der Exkursion am letzten Tage, die an der Schwarzmeerküste entlang Dutzende Kilometer nach Süden geführt hatte, unser Gastgeber Viktor mit seinem Lada abhanden kam und wir Deutschen uns nach langem Warten und Suchen schließlich allein zurück nach Abrau durchschlagen mussten, wo wir sogar noch vor Viktor eintrafen. Am nächsten Tage ging es dann im mit sechs Insassen und deren Gepäck völlig überladenen Šiguli zum Flughafen nach Krasnodar. Von einer Polizeikontrolle unterwegs kam Viktor freudestrahlend zurück: er hatte nur wegen Geschwindigkeitsüberschreitung ein paar Rubel zahlen müssen. Die weitere Heimreise geschah dann ohne Besonderheiten, wenn man von mehreren Verschiebungen des Abflugs aus St. Petersburg wegen noch nicht eingetroffener Anschlussreisender aus Mittelasien absieht.
Die fachlichen Ergebnisse waren wiederum so reich, dass hier nicht der Raum ist, sie darzustellen. In dieser Hinsicht sei auf unsere fortlaufend aktualisierten Internetseiten verwiesen: http://www.umbi.de


Vielleicht noch eines zum Abschluss: der Hundebiss, den der Autor auf der Suche nach Viktor im Dorfe Beregowoje erlitt, ist ohne Komplikationen ausgeheilt, was vielleicht als Beleg dienen kann, wie gut es ist, wenn man vor der Tour alle Impfungen beisammen hat.

Volker

Bulgaren, Spanier und Deutsche auf den Spuren von Kranich & Co.
Teil I

Das Projekt, welches im September letzten Jahres stattfand, war gleich in zweifacher Hinsicht eine Premiere für Umbi. Wir hatten endlich die Möglichkeit unsere spanischen Partner persönlich kennen zulernen und da auch eine Gruppe aus Bulgarien unserer Einladungen gefolgt war, konnten wir zum ersten Mal mit gleich zwei ausländischen Gruppen innerhalb eines Projektes unsere Heimat erkunden.
Für die erste Woche bezogen wir in Dierhagen, am Rande des "Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft" Quartier. Es war unser Ziel, unseren Gästen eines der letzten großen Naturschauspiele Deutschlands zu zeigen: Den alljährlichen Zug von Kranichen und Gänsen. Wir besuchten die drei grössten Kranichschlafplätze der Region, an denen sich Abend für Abend Tausende dieser Grossvögel einfinden. Im Kranichzentrum in Groß Mohrdorf erhielten wir interessante Informationen zu diesem Thema. Auf unseren Orni - Touren konnten weiterhin Grau-, Bläss-, Saat-, Kanada- und Nonnengänse, ein Grosser Brachvogel und div. seltene Entenarten beobachtet werden.
Wir wären den Reizen der Region jedoch nicht gerecht geworden, wenn wir uns nur auf die Ornithologie beschränkt hätten. Zu den Höhepunkten der Woche zählte sicher die Fahrradexkursion durch die "Sundischen Wiesen", einem ausgedehnten Feuchtgebiet im Osten des Darss. Hier fand sich einiges, was das Herz des Botanikers höher schlagen lässt (z.B.: Prachtnelken, Zittergras, Königsfarn und Zwergweide). Meine Neugier auf diese Exkursion stieg bereits am Vorabend der Tour ins Unermessliche, als uns unsere Gästen aus der Heimat des Miguel Indurain eröffneten, dass sie kein Fahrrad fahren können. Auf wundersame Weise gelang es dann doch allen die Drahtesel zu bändigen, so dass einem Erfolg der Exkursion nichts im Weg stand.
Da die Sache mit den Fahrrädern so gut funktioniert hatte, machte sich am nächsten Morgen eine Schar unverzagter Pedalritter auf, um den Darsser Ort, den nördlichsten Punkt der Halbinsel, zu erreichen. Das Thema der Unternehmung war die Entstehung des Darss und die Veranschaulichung der Sukzession von den Sanddünen, bis zu den verschiedenen Waldgesellschaften. Den Abschluss bildete an diesem Tag die Besteigung des Leuchtturms im "Naturmuseum Darsser Ort".
Eine weitere Wanderung führte uns in das "Grosse Dierhagener Moor", hier konnten wir unseren Gästen ein Ökosystem nahe bringen, dass in ihren Heimatregionen nicht zu finden ist.

Psst! Wunsch unserer Partner aus Burgas besuchten wir außerdem eine Firma, die Pflanzenkläranlagen baut. Das Übersetzen war insbesondere an diesem Tag ein hartes Stück Arbeit. Deshalb möchte ich an dieser Stelle Sabine herzlich danken, ohne deren Unterstützung wir mächtig alt ausgesehen hätten.
Eine Sehenswürdigkeit, die bei keiner Reise an die Ostsee fehlen darf, ist das Meereskundemuseum in Stralsund, und so verschafften auch wir unseren Gästen die Möglichkeit, sich die Nasen an den unzähligen Aquarien platt zudrücken.
An den Abenden hatten die Gruppen die Möglichkeit, ihre Vereine mit kurzen Vorträgen vorzustellen Außerdem wurden landestypische kulinarische Köstlichkeiten zum Abendbrot
bereitet. Unsere bulgarischen Gästen zauberten einen leckeren Schopska-Salat aus holländischen Tomaten. Die spanische Gruppe tafelte ebenfalls ein opulentes Mahl auf. Die Krönung ihres Abends war die beeindruckende Flamenco-Vorführung unserer Gäste von der Costa del Sol. Als die Damen der Herbergsleitung am nächsten Morgen entdeckten, dass die Mülltrennung nicht zur europäischen Allgemeinbildung zählt, erhielt Frank die Möglichkeit, den rauen Charme der indigenen Bevölkerung aus nächster Nähe kennen zulernen.
Das offizielle Programm der ersten Woche rundeten die Exkursionen in den Nationalpark Jasmund und die Besuche im Freilichtmuseum Klockenhagen und im Vineta Museum ab.

Heiko

Trinationales Projekt Teil II

Da Heiko uns nach der ersten Woche leider verlassen musste, setze ich den Bericht an dieser Stelle fort. War uns mit Heiko auch unser Schutzengel entflogen?
Die Fahrt von Dierhagen zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ließ das jedenfalls vermuten.
Schon kurz hinter Rostock fing der Motor einer unserer VW-Busse an zu qualmen. Durch einen "gelben Engel" wurde unser Bus zur nächstgelegenen Werkstatt geschleppt. Die Diagnose: Defekt der Zylinderkopfdichtung.
Das hieß mindestens vier Tage Reparaturzeit.
Der Werkstattmeister vermittelte uns schnell und unkompliziert einen Mietbus. So konnte unsere Reise bald weitergehen.
Unseren 10:00 Uhr Termin bei der Biosphärenreservatsverwaltung verfehlten wir aber um die Kleinigkeit von 6 Stunden.
So wurde aus diesem Programmpunkt leider nur ein kurzer Abstecher zur Umweltbildungseinrichtung Blumberger Mühle.
Ein großes Dankeschön gilt den Mitarbeitern dieser Einrichtung, die geduldig warteten und uns wenigstens einen kurzen Einblick in ihre Arbeit gaben. Völlig erschöpft erreichten wir am Abend die JH Liepnitzsee, unser Quartier für die zweite Woche.
Ein leckeres Abendessen und die Getränkelieferung von Enrico hoben die Stimmung aber schnell wieder.
Am nächsten Tag erwartete uns Volker auf dem Alexanderplatz, um unseren Gästen die Geschichte Berlins näher zu bringen.
Am Abend zeigte sich dann, dass diese Woche in einer (entscheidenden) Beziehung anstrengender werden würde als die erste, chronischer Schlafmangel machte sich breit.
Grund dafür war eine kleine Gitarre, die unsere musikalischen Gäste (Wesko!) und Dolmetscherin (Sabine!) dazu anregte, am Abend ihre wunderbaren Sangeskünste zu offenbaren. So saßen wir oft bis spät in der Nacht zusammen, die tolle Atmosphäre genießend und die frühe Aufstehzeit ignorierend.

Das jedem Höhepunkt ein Tiefpunkt folgt, davon konnten wir uns an jedem Morgen überzeugen, wenn wir unsere Gäste aus den schönsten Träumen rissen.
Aber das weitere Programm motivierte dann doch jedes mal und hob schnell die "Morgenmuffelstimmung".
Ein Höhepunkt der besonderen Art war der Besuch im Haus des Waldes in Gräbendorf. Der hier aufgebaute Hirschkäferlehrpfad zeichnet das Leben des größten Käfers Deutschlands nach. Hier gerade zwei Hirschkäfer beim gnadenlosen Kampf um die Weibchen.

Leben des größten Käfers Deutschlands nach. Dermaßen in Stimmung, folgten am Abend heiße Discorhythmen im Uni-Keller in Berlin. Es war einfach Klasse, mit spanischen und bulgarischen Jugendlichen so richtig abzutanzen!
Wir beschlossen diese Woche mit einem Besuch in Potsdam, ein Teil der Gruppe besichtigte den Schlosspark Sanssouci, andere das Schloss Cecilienhof.
Am nächsten Tag hieß es dann Abschied nehmen, natürlich mit der Hoffnung, sich im nächsten Jahr wieder zu treffen!

Mario


Die legendäre 10 Jahre Umbi-Fete

Die Feten, Feste und Treffen in Mariannes "Trockenrasen"-Garten bleiben mir jedesmal in guter Erinnerung, umso mehr die 10 Jahre Umbi-Fete. Zwar regnete es zielstrebig, aber was ist schon Regen. Jan und ich scheuten uns nicht, uns nach lang durchtanzter Nacht in der Alten Eberswalder Forstakademie gegen 9.00 Uhr aufs Radel zu schwingen, um beim seichten Landregen bis nach Neu Zittau zu fahren. Pünktlich zur Mitgliedervollversammlung um 14.00 Uhr erreichten wir mit steifen Knien den Ort des Geschehens. Und ehe ich mich versah, bin ich bei einer guten Tasse Tee als Kassenprüferin in den Vorstand gewählt worden. Da fällt mir doch gleich ein, dass ich diesem Amt für die nächste Mitgliedervollversammlung Rechnung tragen sollte.

Keine zwei Stunden später labten wir uns an Kuchen, Keksen und anderen köstlichen Speisen. Während Jan und ich in Berlin-Dahlem mit unseren Rädern umherirrten, schnippelten die anderen fleißig in Mariannes Küche. Es wurde viel erzählt, alte und für mich neue alte Gesichter tauchten auf. Zwar bin ich erst seit 1998 dabei, dennoch schnitt ich gar nicht so schlecht beim großen Umbi-Quiz ab. Das habe ich Enrico zu verdanken, der die Fragen mit Nachdruck verlas und so bei mancher Episode das Kreuzel an der Richtigen Stelle landete.

Unter einem Sonnenschirm bei Regen am Lagerfeuer ließ es sich gut erzählen, essen und trinken. Es fehlte nur noch die Gitarre. Aber das soll sich ja nun ändern. Und dann wird jedes Mitglied verpflichtet, zwei Lieder pro Monat zu lernen und sich bei der Entstehung des Vereins eigenen Gesangsbuch zu beteiligen. Bei Widersetzung ist vorgesehen, den Mitgliedsbeitrag um 50 Eurolinos erhöht. Bei der nächsten Mitgliederversammlung können weitere Vorschläge zur Bereicherung des kulturellen Vereinsleben eingereicht werden.

Da wir also zu jener Zeit weder singen konnten noch Eurolinos besaßen, tanzten wir bis 4.30 Uhr morgens zu Gundermännchens Musik. Mariannes Trockenrasen war längst eine Feuchtwiese, auf der ich des öfteren ausrutschte. Nicht zu letzt lag es daran, dass sich Peter als wilder Tänzer entpuppte. Eigentlich hätte ich nach dem Konzert in Eberswalde und der Radtour irgendwann "die Hufen" hochlegen müssen, aber ich muss sagen, so schön befreiend habe ich schon lang nicht mehr getanzt. Beflügelt von dem Abend und Morgen stiegen Jan und ich, ersterer war wegen einer hartnäckigen Erkältung frühzeitig in Mariannes Kellergewölbe verschwunden, am Sonntag gegen 8.00 Uhr aufs Rad, um an einer Raddemo gegen den Havelausbau teilzunehmen. In der Küche suchten wir schnell nach etwas Essbarem und fielen fast über Mario, der als Einzelkämpfer den Abend bis 7.30 Uhr ausklingen lies und sich gerade zur Nachtruhe gebettet hatte.
Allein für Mariannes legendären Gartenfeten lohnt es sich, im Verein Mitglied zu sein. Aber nicht nur deswegen. Ich persönlich würde gern wieder ein, zwei Wochenendseminare mehr stattfinden lassen. Leider bin ich zur Zeit sehr ausgelastet, um mich um deren Organisation zu kümmern. Aber das wird sich ändern, so hoffe ich doch ... .

Beate