Wesentliche Ergebnisse unserer Untersuchungen im Nordkaukasus sind veröffentlicht worden.
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Reflexionen des Projektjahres 2006

  • 13.01. bis 15.01.2006
    Mitgliederversammlung 2006 und Wochenendseminar im Naturpark "Märkische Schweiz"
  • 28.04. bis 01.05.2006
    Wochenendseminar in der Colbitz-Letzlinger Heide
  • 14.07. bis 16.07.2006
    Paddelwochenende in der Umgebung von Wesenberg
  • 29.09. bis 03.10.2006
    Wochenendseminar im Kloster Volkenroda und im Hainich
  • 17.11. bis 19.11.2006
    Dankeschönwochenende im Naturpark Niederlausitzer Landrücken

Ein Wochenende im Kloster
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Wochenendseminar im Kloster Volkenroda vom 29.09. - 03.10.2006

Ein langes Wochenende lag vor uns und wir wagten einen Abstecher nach Thüringen in das altehrwürdige Zisterzensierkloster Volkenroda. Aber wir statteten dem Kloster nicht nur wegen der historischen Gemäuer einen Besuch ab, sondern wir wollten auch das im Sommer 2006 neu entstandene Heuhotel testen (um unsere Sterne zu vergeben). Auf den ersten Blick muteten die im Halbkreis aufgestellten Bauwagen mit dazugehöriger Lagerfeuerstelle eher wie ein Lager des "fahrenden Volkes" an. Aber nachdem das Heu in den holzverkleideten Schlafkojen frisch aufgeschüttelt war und jeder seine Schlafkuhle gefunden hatte, schliefen viele von uns so gut wie schon lange nicht mehr. Sogar einen morgendlichen Weckdienst mussten wir engagieren, der uns aus den Federn, ich meine natürlich dem Heu, schüttelte.

Unter fachkundiger Führung von Jens erfuhren wir, dass das Kloster Volkenroda seit Mitte des 11. Jhd. einen bedeutenden Anteil am geistlichen Leben in Thüringen hatte, bis es zur Zeit des Bauernkrieges fast gänzlich zerstört wurde. Zeugen der einstigen Pracht sind die noch immer erhaltenen Gewölbegänge der alten Klosterkirche. Erst 1990 wurde die Klosteranlage neu entdeckt und wieder zum Leben erweckt und der Wiederaufbau und die Neubelebung vom Kloster und Dorf Volkenroda wurde offizielles Expo - 2000 - Projekt des Freistaates Thüringen.

Heute dient die Klosteranlage nicht nur als Übernachtungs-, Tagungs- und Seminarstätte, in den altehrwürdigen Gemäuern finden auch zahlreiche musikalische Veranstaltungen statt. Aber für uns waren der moderne Schulbauernhof und die zahlreichen "gläsernen" bilderrätsel eher von Interesse, als der gleichzeitig stattfindende Gospel-Workshop. Das Umweltbildung durchaus auch hinter klösterlichen Mauern stattfinden kann, wurde uns bei unserer Geländeerkundung schnell klar. Währenddessen nicht nur unsere jüngsten Mitglieder Lina und Sabine mit Begeisterung den Niedrigseilgarten auf seine Tauglichkeit testeten und eifrig sämtliche Esel und Kätzchen streichelten.

Damit auch die Ornis unter uns auf ihre Kosten kamen, wurde uns eine kleine Wanderung durch das Landschaftsschutzgebiet nahe gelegt mit einem Abstecher zum Grasteich.

Da Arne zahlreiche Bekanntschaften mit den umliegenden Bauern geschlossen hatte, wurde das Abendprogramm neben der traditionellen "Weinverkostung" vorwiegend mit dem gemeinschaftlichen Kochen aus regionalen Produkten ausgefüllt. Ich erinnere mich an einen leckeren Bortsch aus feldfrischen roten Rüben oder an die Unmengen von Pudding aus frischer Kuhmilch.

Unser Kulturprogramm hatte allerdings noch mehr zu bieten. So wandelten wir mit unserem Stadtführer Jens auf den Spuren von Thomas Müntzer und wissen jetzt auch woher Mühlhausen seinen Namen hat (nämlich doch von den zahlreichen Mühlen).

Eine weiterer Höhepunkt dieses WES war der lang versprochene Besuch des Baumkronenpfades im Nationalpark Hainich. Aber nicht nur wir wollten uns die Welt aus der Vogelperspektive betrachten. Die Besucherschlange zum Eingang des Baumkronenpfades war einige 100 m lang und wir verkürzten uns die Wartezeit mit einem Spaziergang auf dem ausgeschilderten Schneckenpfad des Nationalparkes.

Und das Warten hatte sich gelohnt. Als ziemlich letzte Besucher durchstreiften wir ungestört die Baumkronen und konnten aufgrund des starken Windes das Schwanken in den Kronen hautnah erleben. Neben Fledermaus und Specht gab es auch noch einige abstrakte, hölzerne Kunstwerke zu bewerten. Und in dem 44 m über den Wipfeln der Bäume herausragenden "Baumhaus", wurde uns mit Hilfe von liebevoll gestalteten Dioramen, ein Abriss der Lebensweise dieser Region seit der Urzeit vermittelt. Als Highlight gab es den Sonnenuntergang bei Windstärke 6 noch gratis dazu. Am regnerischen Tag der Einheit vertieften wir unsere landeskundlichen Kenntnisse indem wir Bad Frankenhausen einen Besuch abstatteten. Gern hätten wir uns in den heilkräftigen Solebädern entspannt, aber nach der Blütezeit Bad Frankenhausens im 16. Jhd. erinnert heute teilweise nur noch das alte Salinengebäude und der gepflegte Kurpark an die einstige Berühmtheit der Stadt. Trotz allem hat Frankenhausen noch eine Besonderheit zu bieten, das weithin sichtbare Panorama Museum auf dem Schlachtberg, welches wir als unser nächstes Ziel ansteuerten. Werner Tübke hat sich hier auf einem überdimensionalen Rundgemälde zum Thema Bauernkrieg verewigt und mehrere Jahre daran gezeichnet. In voller Pracht und Größe wollten wir uns das Monumentalgemälde nicht betrachten und wanderten zurück ins liebenswerte Städtchen Bad Frankenhausen.

Fazit dieses Wochenendseminars: sehr anschaulich wurde uns einige Aspekte der Landeskunde von Thüringen vermittelt, wir erlebten den Wald mal aus einer anderen Perspektive und in abendlicher Runde wurden so einige Ideen für zukünftige Aktivitäten geboren.

Katrin