Wesentliche Ergebnisse unserer Untersuchungen im Nordkaukasus sind veröffentlicht worden.
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Reflexionen des Projektjahres 2010

  • 26.07. – 13.08.2010 Kaukasus
  • Dankeschön-Wochenende im Naturpark "Nuthe-Nieplitz-Niederung"

Kaukasus 2010 ( 26.07. – 13.08.2010)

Es war wieder einmal eine bunt gemischte Truppe, die sich aufmachte, um den Bolschoi Tratsch zu erkunden …die meisten von das erste Mal dabei, jedoch unter erfahrender Führung. Also ging es von Berlin aus mit dem Flugzeug nach Krasnodar über Moskau. In Moskau angekommen und umsteigen sollte auf dem Internationalen Flughafen kein Problem sein, jedoch benötigt man gute Russischkenntnisse, besonders wenn die nette Dame von der Gepäckabfertigung vergisst, 2 Reisepässe zu registrieren. Bevor sie mitbekam, dass jeder von uns nur einen Rucksack hatte, verging deshalb eine Weile. Mit Nordavia sind wir in einer etwas älteren Maschine weiter nach Krasnodar geflogen. Dort wurden wir mit einem kleinen Bus von Dennis abgeholt und sind in die Hauptstadt der Republik Adygeja, Maikop, gedüst. In Maikop angekommen haben wir auch gleich die dortigen Sehenswürdigkeiten umrundet und die Geschichte der Stadt auf uns wirken lassen. Anschließend wurden wir von Wolodja und Ludmilla mit einem sehr leckeren und reichlichem Abendbrot empfangen. Dabei lernten wir gleich noch einige Studenten kennen, die mit uns dann auch in Berge aufgebrochen sind.

Jedoch bevor es endlich los ging, sind wir zu eine Tagestour zu einer Heilquelle am Kloster von Pobeda aufgebrochen. Nachdem wir den Streuobstgarten erkundet hatten und uns im dortigen Bach erfrischt haben, ging es wieder auf zum Rückweg. Kurz vor Abfahrt wurden wir schnell noch von einem Deutschen auf eine Tasse Tee eingeladen. Nach kurzem Verweilen sind wir wieder nach Maikop gefahren, ohne die eigentliche Heilquelle besucht zu haben.

Mit einem extra gemieteten Bus ging es dann am nächsten Morgen ab nach Sachrai, einem typischen alten russischen Dorf. Nach einem kurzen Stop an der Bielaja um Ammoniten zu bestaunen sind wir, etwas mit Staub überdeckt, in Sachrai angekommen und haben uns gleich auf den Weg gemacht um uns am Fluss niederzulassen. Als das Lager aufgebaut war, ging es auch gleich nochmal los um das Dorf mit den vielen alten, zum Teil verlassenen Höfen zu bewundern. Besonders beeindruckend waren die vielen charakteristischen Bauerngärten und die dazugehörige Dorfvegetation, ebenso wie die zahlreichen streichelbaren, verlaufenden Tiere. Bei Borschtsch und Lagerfeuer ließen wir dann unseren ersten Abend in der Natur ausklingen.

Um sich schon mal auf die kommenden Tage einzustellen, fand die erste Botanische Begehung der näheren Umgebung am Schibaba statt. Unser weiterer Weg führte uns vorbei an einem verlassenen Dorf zum Taiwan, wo wir dann unser zweites Lager aufgeschlagen haben. Mit Baden, Angeln, Tagestouren und Essen ging die Zeit auch schnell vorbei. Der folgende Anstieg zur Poljana Firsowa wurde auch ebenso geübt, zu dem Zeitpunkt schwer vorstellbar, dass man es mit Rucksack auch schaffen kann. Wie sich herausgestellt hat, kann man es mit mehren Pausen zum Belege sammeln, Pflanzen betrachten, Mittag essen und Aussicht genießen auch gut schaffen. Die Poljana Knjažeskaja entschädigte für den dennoch anstrengenden Aufstieg mit herrlicher Aussicht und bot uns dann auch für die nächsten Tage einen sehr schönen Lagerplatz. Von der Poljana aus haben wir mit Wolodja eine Grotte besichtigt. Der Weg dorthin führte über eine von Wasser abgeschliffende, relativ steile Felswand. Wie Wolodja erklärte und vorführte, kann die Herde nachkommen, wenn man das schwächste Schaf als Beispiel nimmt und beweist, dass der Weg sicher ist. Der Rückweg auf die Poljana Knjažeskaja ging etwas schneller als üblich, da es schien, als ob sich ein Gewitter anbahnt, was sich jedoch als Fehlinterpretation herausstellte. Wie an so vielen Abenden genossen wir den gemeinsamen Abend am Lagerfeuer und sammelten Kräfte für die Besteigung des Bolschoi Tratsch. So machten wir uns am darauffolgenden Tag also auf zum Gipfelkreuz, welches erstaunlicher Weise nicht auf dem Gipfel stand. Einige hartgesottene machten sich dennoch auf, den eigentlichen Gipfel zu erklimmen, der Rest begnügte sich mit fantastischem Blick über die Bergwelt des nördlichen Kaukasuses.

Der weitere Plan: Umstieg zum Malenki Tratsch. Deswegen machten wir uns auch gleich den kommenden Morgen auf, um noch vor dem Dunkelwerden dort anzukommen. Auf dem Weg kamen wir an einer Höhle vorbei, wo Schnee drin lag, also wurde Schnee für die erfrischungsdurstige Meute hochgeholt und dann mit gesüßter Kondensmilch und Schokolade zu Stracciatellaeis verarbeitet. Nach einer weiteren längeren Pause teilte sich die Gruppe und der erste Teil brach auf. Bei vielen reizvollen Blicken ging es um den Bolschoi Tratsch. Hinter dem Sattel zwischen den Malenki und Bolschoi Tratsch sollte es dann weitergehen. Jedoch gab es hier nicht nur ein Verständigungsproblem über den endgültigen Lagerplatz, sondern auch ein logistisches Problem: Man kann den Malenki Tratsch ebenfalls nur umrunden. Nach dieser Erkenntnis kehrten wir also wieder um und trafen auf dem Sattel schließlich auch den Rest der Gruppe wieder. Da es dämmerte, wurde ein geeigneter Lagerplatz gesucht, was bei ungewöhnlich hoher Bevölkerungsdichte des Sattels nun auch noch etwas länger dauerte. Am Lagerfeuer genossen wir unseren letzten gemeinsamen Abend mit unseren russischen Freunden, da diese am nächsten Tag wieder nach Maikop aufbrachen.

Die erneute Bezwingung des Malenki Tratsch verlief beim zweiten Versuch reibungslos und die Strecke bis zur „deutschen Hütte“ erschien ziemlich kurz. Dort angekommen fiel unseren technischen Fachleuten gleich auf, dass es hier etwas zu tun gab. Deshalb wurde kurzer Hand alles mitgeführte Werkzeug ausgepackt und die Hütte neu aufgemöbelt. Die Tagestouren führten in unterschiedliche Richtungen und so wurde am Abend alles Neue und Alte ausgetauscht, da wir uns ab jetzt schon auf dem Rückweg unserer Expedition befanden. Die Korytohütte war unser letztes Ziel. Nach anfänglichem rumgammeln und sonnenbaden wurde auf dem Gipfel die Aussicht über die Gebirgskämme des Bolschoi und Malenki Tratsch genossen und der zurückgelegte Weg Revue passieren gelassen. Wieder im Lager angekommen, gab es noch Besuch von einer Jeepkolonne betrunkener Russen. Als Gastgeschenke brachten sie auch gleich Wodka, Kaviar, Fisch, Fleisch und Melone mit und füllten unsere, sich zu Ende neigenden Wasservorräte, wieder auf. Etwas erleichtert, dass wir den Abend alleine im Lager verbringen durften, verbrachten wir unsere letzte, diesmal etwas stürmischere Nacht, in den Bergen.

Der Abstieg erwies sich wie erwartet leichter als der Aufstieg. Deshalb konnten wir nochmal eine Dorfrunde, mit Abstecher zum Eis essen im Dorfladen, genießen. Den Abend durften wir zu Gast bei den Iwanuschkins verbringen, wo es die leckersten Pellkartoffeln und eingelegten Bohnen überhaupt gab.

Als wir wieder in Maikop angekommen waren, gab es ein unglaubliches Festessen. Anschließend ging es völlig übersättigt ins Nationalmuseum, wo wir uns ausführlich über die Geschichte der Region informierten. Damit wir natürlich nicht völlig verhungert nach Hause zurück kehren gab es danach gleich nochmal Essen… Schließlich wurde unsere Reise noch von den dortigen Meldebehörden nett abgerundet und so fuhren wir mit dem Bus wieder nach Krasnodar, um nach Moskau zu fliegen. Erleichtert, dass alle ausreisen durften, verbrachten wir unsere letzte Nacht wie gewohnt am Moskauer Flughafen: nettes Plätzchen suchen und Lager aufbauen. Insgesamt also eine Reise, die sehr viele interessante und lehrreiche Ereignisse bereit hielt, vor allem durch den herzlichen Umgang untereinander und natürlich durch die umwerfenden Eindrücke, welche die Natur für uns bereit hielt.

Vielen Dank den Organisatoren!
Carmen


Diaschau vom Dankeschön-Wochenende im Naturpark "Nuthe-Nieplitz-Niederung"